Air Berlin hat Insolvenz angemeldet

Air Berlin hat Insolvenz angemeldet. Bild: © airberlin

Nach jahrelangen Verlusten ist Air Berlin pleite. Der Bund will den Flugbetrieb zumindest vorrübergehend sichern.

Nach langem Kampf ums Überleben und tiefroten Zahlen ist es nun offiziell: Air Berlin ist pleite. Nach einem entsprechenden Antrag der Fluggesellschaft  hat das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg am heutigen Dienstag die Insolvenz in Eigenverwaltung angeordnet. Zum Sachverwalter wurde Lucas Flöther, der bereits mit der Abwicklung der Unister Holding betraut war, bestellt.

Nachdem Hauptaktionär Etihad erklärt habe, keine weitere finanzielle Unterstützung zur Verfügung zu stellen, sei man „zu dem Ergebnis gekommen, dass für die Air Berlin PLC keine positive Fortbestehensprognose mehr besteht“, heißt es in einer Mitteilung der Airline. Gleichzeitig teilte das Unternehmen mit, dass der Flugbetrieb fortgeführt werde. Tickets sollen ihre Gültigkeit behalten und auch die Flüge finden demnach wie geplant statt. Zudem seien auch alle vorgesehenen Flüge weiterhin buchbar.

Der Bund springt ein

Hilfe bekommt die Pleite-Airline nun vorerst seitens der Bundesregierung. Sie unterstützt die Fluggesellschaft mit einem Übergangskredit in Höhe von 150 Millionen Euro. Zur Begründung hieß es in einer gemeinsamen Erklärung des Bundeswirtschafts- und Verkehrsministeriums: „Wir befinden uns in einer Zeit, in der sich mehrere Zehntausend Reisende sowie Urlauberinnen und Urlauber an verschiedenen internationalen Urlaubsorten und Destinationen aufhalten. Der Rückflug dieser Reisenden nach Deutschland mit Air Berlin wäre andernfalls nicht möglich gewesen. Kurzfristige Alternativen für einen Rückflug dieser Reisenden nach Deutschland waren nicht zu gewährleisten.“

Der nun gewährte Kredit sichere den Flugbetrieb für ungefähr drei Monate, sagte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD). Zugleich äußerte sie sich zuversichtlich, dass in den nächsten Monaten eine Übernahme von Teilen Air Berlins durch die Lufthansa gelingen könnte. Gleichzeitig schloss die Ministerin allerdings aus, dass der Bund Schulden von Air Berlin übernehmen könnte, um eine Übernahme zu ermöglichen.

Kartellrechtliche Bedenken sieht Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) derzeit nicht, weil es nur um den Verkauf von Unternehmensteilen der Fluglinie gehe und nicht um eine Komplettübernahme. Neben der Lufthansa gebe es weitere Airlines, mit denen Air Berlin in Verhandlungen stehe. Kartellfragen müssten im Laufe des Verfahrens aber noch genauer geprüft werden.