Flugzeuge im Sinkflug

Text: Tobias Hartwig

Insolvenzen von Schiffen gehören schon lange zum Tagesgeschäft von Insolvenzverwaltern. Doch mittlerweile befinden sich auch Flugzeuge auf Sinkflug in die Krise.

Cathay Pacific. Bild: © Cathay Pacific
Cathay Pacific. Bild: © Cathay Pacific

Jetzt ist Air-Berlin nicht nur unter Insolvenzverwaltern in aller Munde. Nach Voranfragen nach Staatsbürgschaften, Nettoschulden von über einer Milliarde Euro und täglichen Verlusten von weiteren drei Millionen Euro war es am 15. August 2017 soweit: Das Unternehmen hat ein Insolvenzverfahren beantragt.

Ähnliche Probleme in Hong-Kong: Die Fluggesellschaft Cathay Pacific zog nach erheblichen Verlusten im Jahre 2016 die Reißleine und entließ insgesamt 600 Mitarbeiter. Nachdem über Jahre vor allem die europäischen Fluglinien mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatten, erreicht die Krise jetzt die ganze Welt.

Sogar bisherige Branchen-Spitzenreiter sind betroffen: Etihad aus Abu Dhabi und Singapore Airlines meldeten Verluste. Ein Ende der Flugzeugkrise ist derzeit nirgendwo abzusehen. Folgen hat dies nicht nur direkt für die Airlines. Vielmehr ergeben sich unmittelbare Auswirkungen auf die Hersteller, bei denen weniger Flugzeuge abgenommen werden und es zu Auftragsstornos kommt, aber selbstverständlich auch auf deren Zulieferindustrie.

Schlechte Nachrichten überraschen insoweit nicht vom europäischen Airbus-Konzern, der die Produktion seines A380 weiter reduziert und ausweislich einer Mitteilung seines Airbus-Programmchefs Didier Evrard auf „unter zwölf Maschinen im Jahr“ herunterfahren will. Das wäre eine Halbierung im Vergleich zu heute.

Der Autor ist Insolvenzverwalter bei Schultze & Braun und Privatpilot mit europäischer Lizenz und beschäftigt sich mit Finanzierungsmodellen von Flugzeugen und deren Verwertung. Seinen kompletten Beitrag über die Entwicklungen des Flugzeugmarktes lesen Sie in return 03/17.