Flüchtlinge einstellen? Firmen beklagen Hürden

Familienunternehmen, die Flüchtlinge gerne anstellen möchten, müssen dabei offenbar so einige Hürden überwinden.

Für die Politik ist Arbeit ein wesentlicher Bestandteil bei der Integration von Flüchtlingen. Doch aus Sicht von Familienunternehmen wird die Beschäftigung von Flüchtlingen weiterhin durch zu viele Hürden behindert, berichtet Spiegel Online. Für viele Familienunternehmen  sei der häufig ungeklärte Aufenthaltsstatus das größte Hindernis, sagt der Präsident des Verbandes „Die Familienunternehmer“, Lutz Goebel. Aus seiner Sicht geht das Integrationsgesetz nicht weit genug. Behörden müssten schneller klären, wer bleiben könne.

Insgesamt berichteten etwa drei Viertel der Firmen, die Flüchtlinge eingestellt haben, von Problemen. Die zweite Herausforderung seien unzureichende Sprachkenntnisse. Es fehle an öffentlichen Integrations- und Sprachkursangeboten, so Goebel. Als Lösung biete der Verband an, einen Dienstleistungsvertrag mit dem Staat einzugehen. Demnach sollen Betriebe für zwei Jahre je Flüchtling und Monat 1000 Euro für Sprachunterricht sowie die Betreuung durch erfahrene Mitarbeiter erhalten.

Etwa jedes zehnte der befragten 651 Familienunternehmen beschäftigt derzeit Flüchtlinge. 42 Prozent davon seien in einem regulären Arbeitsverhältnis angestellt. Nur zwei Prozent der beschäftigten Flüchtlinge seien in Minijobs tätig, 7,2 Prozent als Zeitarbeiter. Die übrigen machen demnach Praktika und Ausbildung.

Als weitere Hürden nannten ein Drittel der befragten Unternehmen Qualifikationsdefizite, gut 26 Prozent verwiesen auf eine mangelnde Zusammenarbeit mit Behörden und etwa 16 Prozent auf „Motivationsprobleme“.

Bild: Wilhelmine Wulff  / pixelio.de