Aktionäre kritisieren Unternehmensführung bei Alno

Kursververfall und keine Rendite – die Anleger des krisengeplagten Küchenbauers sind unzufrieden mit der Alno-Führung.

Aktionäre haben bei der Hauptversammlung des Küchenherstellers Alno ihrem Unmut über die Unternehmensführung Luft gemacht. Die Anleger hätten in Vorstandschef Max Müller große Hoffnungen gesetzt – doch diese seien angesichts von Kursverfall und fehlender Dividendenrendite entäuscht worden, berichtet die Welt. 2015 war Alno weiter in der Verlustzone geblieben. Zwar stieg der Umsatz um 3,7 Prozent auf 521,5 Millionen Euro. Unterm Strich stand aber ein Minus von 4,4 Millionen Euro.

Firmenchef Müller gab sich dennoch optimistisch. Unter anderem durch Sparmaßnahmen und Internationalisierung habe sich die Lage „enorm“ verbessert, sagte er. Für 2016 rechne er mit einem starken Anstieg von Umsatz und dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). 2017 soll Alno profitabel sein.

Experten bleiben angesichts einer Nettoverschuldung von 134 Millionen Euro skeptisch. „Viele in der Vergangenheit gemachte Fehler, die weit zurückliegen, haben den Konzern in eine gefährliche Lage gebracht“, sagte Harald Klein von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz kürzlich. Unmittelbare Insolvenzgefahr sei aber nicht erkennbar.

Um wirtschaftlich zu arbeiten, hatte es im Oktober vergangenen Jahres Gespräche über die Streichung von Arbeitsplätzen gegeben. Die Zentralisierung der Verwaltungsstrukturen führte laut dem Südkurier zu einem Stellenabbau an den drei deutschen Standorten. Des Weiteren sollte der Versand am Stammsitz in die 100-prozentige Alno-Tochter „Logismo“ ausgelagert werden, wovon 35 Mitarbeiter betroffen sind. „Das hätte man schon lange tun müssen und im Gegensatz zu früher, gehen wir an die Strukturen ran und verändern sie“, hatte ein Pressesprecher die geplante Zentralisierung im administrativen Bereich damals kommentiert. Als Beispiel für die unterschiedlichen Strukturen führte er die konzernweite Nutzung verschiedener IT-Systeme auf.

Im April dieses Jahres wurden schließlich neue Pläne der Alno-Unternehmensführung bekannt: Die Alno AG will mithilfe einer Eigenkapitalerhöhung 40 Millionen Euro in die klammen Kassen spülen. Auch Grundstücke sollen laut dem Südkurier verkauft und dann zurück geleast werden. Der Grund: Der Geschäftsbericht machte schon zu diesem Zeitpunkt deutlich, dass Alno auf dem Weg zum wirtschaftlichen Erfolg weiter auf Kapitalzufuhr angewiesen ist.

Bild: Alno