German Pellets auf Sanierungskurs

German-Pellet Gründer Peter H. Leibold
German-Pellet Gründer Peter H. Leibold

Der Holzpellets-Hersteller German Pellets GmbH will sich über ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung restrukturieren. Das Wismarer Unternehmen war in den vergangenen Monaten zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.

Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens soll während des gesamten Verfahrens in vollem Umfang fortgeführt werden. „German Pellets ist ein im Kern zukunftsfähiges Unternehmen in einem wachsenden Markt mit wettbewerbsfähigen Produkten“, betonte Frank Günther, der in die Geschäftsführung von German Pellets eingetreten ist und ab sofort für die Verantwortung für die Planung und Umsetzung der Sanierung übernommen hat. „Unser Ziel ist es, das Unternehmen grundlegend zu restrukturieren und die bestmögliche Lösung für Gläubiger und Mitarbeiter zu erreichen.“

Günther kommt von der Restrukturierungsberatung „one square advisors“ und will das vorläufige Insolvenzverfahren dazu nutzen, die zur Verfügung stehenden Sanierungsoptionen zu prüfen, in Absprache mit den Gläubigern ein Sanierungskonzept zu entwickeln und anschließend kurzfristig umzusetzen.

Das zuständige Insolvenzgericht Schwerin bestellte Rechtsanwältin Bettina Schmudde von der Kanzlei White & Case als vorläufige Insolvenzverwalterin. Bei einem (vorläufigen) Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung bleibt die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung. Das bedeutet, dass kein (vorläufiger) Insolvenzverwalter bestellt wird. Stattdessen werden die Gläubigerinteressen durch einen (vorläufigen) Sachwalter vertreten, der ähnlich wie ein Aufsichtsrat das Verfahren im Interesse der Gläubiger beaufsichtigt. Die Gläubigervertreter haben der Eigenverwaltung bereits einstimmig zugestimmt.

German Pellets ist einer der größten Produzenten und Anbieter von Holzpellets. Das inhabergeführte Familienunternehmen wurde vor elf Jahren gegründet und beschäftigt heute rund 650 Mitarbeiter in Europa und den USA. In den vergangenen Monaten war German Pellets zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Verantwortlich dafür waren im Wesentlichen drei Gründe: Durch den dramatischen Verfall des Ölpreises geriet auch der Marktpreis für Holzpellets unter Druck, was bei German Pellets zu beträchtlichen Defiziten führte. Zudem sind die Pellets-Umsätze aufgrund von zwei warmen Wintern in Folge eingebrochen. Und schließlich hat sich die Übernahme des Ofenbauers KAGO im Jahr 2010 als Fehlinvestition herausgestellt, was weitere spürbare Verluste zur Folge hatte.