Sparkasse Köln-Bonn steuert auf Sparkurs

Die Niedrigzinsen machen sich bei der Sparkasse bemerkbar. Stellenstreichungen und Filialschließungen sind geplant.

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank hinterlässt auch in der Bilanz der Sparkasse Köln-Bonn ihre Spuren. Das Ergebnis vor Steuern lag mit 70 Millionen Euro zwar über den Erwartungen, doch eine der wichtigsten Ertragsquellen – das Zinsergebnis – sank um 4,8 Prozent auf 387 Millionen Euro, berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger. Damit war das Minus deutlich geringer als noch im Vorjahr, wo es bei mehr als zehn Prozent lag. Hinzu kommen Belastungen in Höhe von 17 Millionen Euro aus einem Vergleich mit der Stadt Bonn im Streit um das World Conference Center Bonn (WCCB). Das Kreditgeschäft ging um 3,7 Prozent auf 18,4 Milliarden Euro zurück, auch weil Großengagements reduziert wurden und Unternehmen mit Investitionen zurückhalten oder sie aus eigenen Mitteln stemmen.

Obwohl sich das Management zufrieden zeigte mit der Bilanz, steuert es weiterhin auf Sparkurs. So soll die Zahl der Vollzeitstellen bis 2020 auf unter 3000 sinken. Das soll vor allem durch Fluktuation erreicht werden. Hier liege man mit derzeit 3118 Stellen bereits gut im Plan. Da viele Mitarbeiter Teilzeit arbeiten, beläuft sich ihre Zahl derzeit auf 4185, ein Minus von 166 Personen im Vergleich zum Vorjahr.

Auch am Filialnetz setzt die Sparkasse an: Bis Ende des Jahres sollen von einst 106 Niederlassungen nur noch 84 weitergeführt werden. Vor allem sehr kleine Filialen sollen wegfallen, neun wurden bereits geschlossen. Betroffen davon sind rund 40.000 Kunden. Im Gegenzug bietet die Sparkasse einen Geld-Bringdienst an, der mittlerweile von einigen hundert Kunden genutzt wird.