Schneider Mineralöl meldet Insolvenz an

Eine der größten Firmen Ostdeutschlands ist wegen einer kurzfristigen Liquiditätsklemme in die Insolvenz gerutscht.

Zahlungsunfähigkeit bei der Schneider Mineralöl GmbH: Eine kurzfristige Liquiditätsklemme hat dazu geführt, dass das umsatzstärkste Unternehmen im Landkreis Meißen Insolvenz anmelden musste. Wie die Sächsische Zeitung berichtet, ist Geschäftsführer Wolfgang Schneider dennoch optimistisch, dass der Konzern die Insolvenz bald wieder verlassen könne. Zwei weitere Firmen der Gruppe – wozu auch die EPT-Tankstellen zählen – sind nicht betroffen.

Der Markt, in dem der Meißner Mineralölhändler agiert, litt in den vergangenen Jahren unter heftigen Preisschwankungen. So fiel der Importpreis für Rohöl in Deutschland 2016 um 19,4 Prozent. Mit den fallenden Preisen verringern sich vermutlich auch die Gewinnspannen für die Weiterverkäufer.

Zu den Hauptgeschäftszweigen der 1998 gegründeten Schneider Mineralöl Meißen GmbH gehören der Groß- und Einzelhandel von Mineralölprodukten, festen Brennstoffen, biogenen Kraftstoffen sowie der Betrieb von Tankstellen und Automaten-Tankstationen. Das Kerngeschäft des Unternehmens spielt sich in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Baden-Württemberg ab. Dort unterhält das Unternehmen insgesamt fünf Verkaufsniederlassungen, ein Schwesterunternehmen mit gleicher Struktur sowie die Firmenzentrale in Meißen. Durch einen Fuhrpark von 34 Zugeinheiten können die Kunden größtenteils mit eigener Technik beliefert werden.

 

Der Betrieb hatte dort einen Teil des Geländes der früheren Rinderzuchtanlage erworben. Zwar war auf der Hafenstraße viel getan worden, um den Betrieb hochwassersicher zu gestalten. Doch 2013 zeigte, dass die mit den Elbefluten verbundenen Probleme auf die Dauer das Geschäft zu sehr behinderten, so Schneider zur Eröffnung des neuen Standortes. Hinzu kam: Das Unternehmen konnte die aus der DDR stammenden Ställe in Korbitz sehr gut als Lagerflächen für seine Schmierstoffe, Hydrauliköle, Festbrennstoffe und sonstige Waren nutzen. Bis dahin hatten diese von der Zentrale getrennt gelagert. Die Abläufe ließen sich effektiver organisieren.

200 000 Euro investierte Schneider Mineralöl für den Umbau und die neue Einrichtung. Dazu kamen mehrere zehntausend Euro, die Schneider mit seiner Mannschaft selbst an Arbeit in die Immobilie steckte. Die drei firmeneigenen Handwerker waren gefordert, viel eigene Technik kam zum Einsatz.