Sanierungsexperte Piepenburg soll SolarWorld retten

Der renommierte Düsseldorfer Anwalt Horst Piepenburg wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter von SolarWorld berufen.

Die Liste der Unternehmen, die Horst Piepenburg in seiner mehr als 30-jährigen Erfahrung als Insolvenzverwalter und Restrukturierer geleitet hat, ist lang: Der Anlagenbauer Babcock Borsig, der Briefdienstleister Pin und die Modekette SinnLeffers gehören zu den bekannteren auf der Liste. Nun also der nächste namenhafte Konzern: SolarWold. Nach dem Insolvenzantrag des Solarherstellers soll Piepenburg das Unternehmen mit mehr als 3000 Beschäftigten retten. Das Amtsgericht Bonn hatte den Düsseldorfer Sanierungsexperte von der Kanzlei Piepenburg-Gerling am vergangenen Freitag zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

„Mit meinem Team werde ich mich nun zügig mit der aktuellen Lage des Unternehmens auseinandersetzen“, erklärte Piepenburg. Dabei will ihm auch SolarWorld-Gründer Frank Asbeck zur Seite stehen: „Wir werden dem vorläufigen Insolvenzverwalter gründlich und zügig zuarbeiten und tatkräftig unterstützen“, versicherte der Vorstandsvorsitzende der SolarWorld AG.

Oberstes Ziel: Den Betrieb aufrecht erhalten

Nun heißt es: Handeln. Mit den Geschäftsführern der Tochtergesellschaften sowie den Arbeitnehmervertretern hat sich der renommierte Sanierer bereits in Verbindung gesetzt. Auch die Mitarbeiter am Standort Bonn wurden in einer Belegschaftsversammlung über den aktuellen Stand des Verfahrens informiert. Am heutigen Montag trifft sich der 63-Jährige mit Solarworld-Verwantwortlichen im thüringischen Arnstadt, dem kleinsten der drei Produktionsstandorte. Am Dienstag wird Piepenburg dann für Gespräche im sächsischen Freiberg erwartet, bestätigte ein Sprecher gegenüber Return.

Oberste Prioriät sei nun, den Geschäftsbetrieb so reibungslos wie möglich fortzuführen. Darum sei man aktuell nicht nur mit leitenden Angestellten, Betriebsräten und Mitarbeitern, sondern auch mit den Lieferanten von SolarWorld in Kontakt, sagte der Sprecher weiter.  Zudem kümmere sich Piepenburg darum, dass die Löhne und Gehälter für die Monate Mai, Juni und Juli 2017 über die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes sichergestellt sind. An Gespräche mit potentiellen Investoren sei erst im Anschluss zu denken.

Bild: SolarWorld AG, Text: Christin Otto