Rettungspaket für Wöhrl musste neu geschnürt werden

Die Rudolf Wöhrl AG hat sich in die Insolvenz geflüchtet

Ein Grundsatzurteil des BFH hat den bisherigen Rettungsplan für den angeschlagenen Textilkonzern infrage gestellt.

Die Tatsache, dass der Bundesfinanzhof (BFH) Anfang Februar eine jahrelang geduldete Regelung des Finanzministeriums gekippt hat, wonach Sanierungsgewinne von der Ertragssteuer befreit sind, hat nun auch Folgen für den Überlebensplan der Nürnberger Wöhrl AG. Das Ganze wirkt sich direkt auf die geschlossenen Vereinbarungen mit dem Wöhrl-Investor aus, berichtet Nordbayern. Der Grund: Mit der Steuerpflicht würden plötzlich hohe Belastungen aus Körperschafts- und Gewerbesteuerzahlungen auf den Wöhrl-Käufer zukommen. Aus diesem Grund wurde nun ein neuer Sanierungsplan auf dei Beine gestellt.

Was hat sich geändert hat: Bisher wollte der Investor Christian Greiner 100 Prozent der Anteile der Rudolf Wöhrl AG erwerben, für die am 1. Dezember ein Insolvenzverfahren in Eigenregie eröffnet worden war. Mit der zweiten jetzt gefundenen Lösung würde Investor Greiner nicht das Unternehmen als solches kaufen, sondern den Geschäftsbetrieb mit allem was dazu gehört – mit entsprechenden Folgen für die Vertrags- und Rechtsverhältnisse.  Für Kunden und Mitarbeiter werde sich allerdings nichts ändern, hieß es. Die alte Rudolf Wöhrl AG bliebe als Hülle bestehen, über sie würden noch die Gläubiger befriedigt werden, um dann irgendwann einmal abgewickelt zu werden. Die ganze Transaktion soll rechtlich bis 1. Mai abgeschlossen sein, wie es heißt. Der Vereinbarung müssen unter anderem noch die Gläubiger zustimmen, im Fall der Anleihegläubiger ist dafür der 3. April festgesetzt.