Lünendonk-Studie: Digitalisierung an erster Stelle

Lünendonk Studie. Bild: © Robert Kneschke Fotolia

Digitale Transformation von Unternehmen geht laut einer Lünendonk-Studie voran und sorgt dadurch für höhere Investitionen in digitale Geschäftsmodelle.

2017 ist das Jahr der Digitalisierung: Ob künstliche Intelligenz, Roboter oder Cloud-Anwendungen, Deutschlands Großunternehmen und Konzerne arbeiten laut der Lünendonk Studie 2017 stark an ihren Digitalisierungsstrategien. Der Fokus liegt dabei auf drei wichtigen Sparten, nämlich auf der Verbesserung der allgemeinen Kundenerfahrung, auf Produkt- und Serviceinnovationen und auf der Optimierung von Geschäfts- und IT-Prozessen. Diese sollen hauptsächlich durch den Einsatz künstlicher Intelligenz und Robotics umgesetzt werden. Daraus ergibt sich ein starker Trend in Bezug auf IT-Investitionen und der Nachfrage nach externen Dienstleistern im Bereich der Beratung und IT.

Bei der Lünendonk-Studie 2017 „Führende IT-Beratungs- und IT-Service-Unternehmen in Deutschland“ wurden 90 Anwenderunternehmen mit mindestens 2500 Mitarbeitern und 103 IT-Verantwortliche aus dem gehobenen Mittelstand sowie aus Großunternehmen und Konzernen befragt. Davon haben allein 65 Prozent gerade die „Optimierung der Prozesse durch Vernetzung, Automatisierung und Standardisierung“, die „Verbesserung der Customer Journey durch den Einsatz von Data Analytics“, sowie die „Entwicklung und Umsetzung von Produkt- und Service-Innovationen“ als besonders relevant bewertet.

Cloud-Plattformen: Hohe Investitionen für digitale Geschäftsmodelle

Weiterhin gilt dem „Aufbau von Plattformen für die Entwicklung und Vermarktung digitaler Geschäftsmodelle“ große Wichtigkeit. Demnach planen allein 42 Prozent der befragten Unternehmen gerade in diesem Bereich große Investitionen. Momentan allerdings stecke laut Mario Zillmann, Partner bei der Lünendonk & Hossenfelder GmbH und Studienautor, ein Großteil der Konzerne und Großunternehmen noch mitten in der Konzeption, im Bau beziehungsweise in der Erprobung von eventuellen Prototypen. Bisher setzten nur 27 Prozent der befragten Unternehmen und Konzerne die Vernetzung von Kooperationspartnern zu Ökosystemen mit Cloud-Plattformen um und das obwohl die technischen Voraussetzungen in den meisten Unternehmen bereits gegeben sind.

Anstieg der IT-Budgets dank hybrid Cloud

Ein großer Teil aller Unternehmen nutzt für die Umsetzung ihrer Digitalisierungsstrategien einen Mix aus On-Premises-Lösungen und Cloud-Sourcing. Demzufolge steigt der Bedarf an Systemintegration und IT-Architektur für hybride Cloud-Modelle momentan enorm. Laut der Lünendonk-Studie plant jedes zweite der befragten Unternehmen einen Anstieg des Budgets für IT-Beratung und Systemintegration. 47 Prozent planen eine Erhöhung um bis zu fünf Prozent, während sieben Prozent der Unternehmen über zehn Prozent mehr für IT-Beratung und Systemintegration ausgeben wollen. Weitere 30 Prozent planen mit gleich hohen Ausgaben wie im Vorjahr.

Ebenfalls planen 24 Prozent der befragten Unternehmen Mehrausgaben von über 5 Prozent für die Entwicklung neuer Anwendungen wie digitale Features für bestehende Produkte (Mehrwert-Services) oder für Software zur Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle.

Der Kunde ist König – auch digital

Dass der Kunde auch im digitalen Zeitalter König ist zeigt das erhöhte Interesse der Unternehmen an einer Verbesserung im Kundenbereich und die weiteren Zahlen der Lünendonk-Studie. Demnach setzen 41 Prozent der befragten Unternehmen ihren Schwerpunkt auf Projekte zur Analyse des Kundenverhaltens, zur Neugestaltung der digitalen Customer Journey und dem modernen und intuitiven Design von Webseiten und Apps. Daneben, stellen die „Automatisierung von Geschäftsprozessen“ und „IT-Security“ für 2017/2018 sehr wichtige Investitionsschwerpunkte dar.

Ziel dieser Automatisierung sei es, laut Zillmann, die Prozesse der Kundeninteraktion und damit das gesamte Kundenerlebnis zu verbessern. Einziges Problem sei die ab Mai 2018 gültige Datenschutzverordnung (EU-DSGVO), die den Fokus auf den Schutz der kundenbezogenen Daten hat. „Da digitale Geschäftsmodelle aber vor allem auf der Sammlung und Analyse von Daten basieren, haben die Unternehmen in den nächsten Monaten einen enormen Handlungsdruck“, sagt Zillmann.