Lebensmittelindustrie 4.0

Der digitale Wandel und die Industrie 4.0 revolutionieren die Lebensmittelbranche enorm. Während bisher gezögert wurde und Hersteller skeptisch gegenüber potentieller neuer Verkaufsstränge waren, sieht es heute im Online-Lebensmittelkauf ganz anders aus.

Lebensmittelindustrie 4.0. Bild: © RapidEye/istock
Lebensmittelindustrie 4.0. Bild: © RapidEye/istock

Mit jeder neuen Studie, die zum Thema Digitalisierung erscheint, wird klar, dass das Internet der Dinge von jeglichen Branchen wahrgenommen wird. So zeigt auch die Studie „Aldi meets Amazon“ vom Marktforschungs- und Beratungsinstitut YouGov, dass auch die Lebensmittelindustrie auf den digitalen Zug aufspringt. Innerhalb der Studie wurden 70.000 Deutsche kontinuierlich repräsentativ befragt.

Einkauf 4.0 realisiert Kundenbedürfnisse

Neben den Start-ups, die schon längst Fuß in der digitalen Welt gefasst haben, ist eben jetzt auch für die Lebensmittelindustrie klar, dass Onlineabläufe Kundenbedürfnisse besser erfüllen können. Gerade der Austausch zwischen Händler und Käufer ist in der digitalen Welt so einfach und eng, wie kaum woanders. Dennoch gibt es gerade in Bezug auf die Onlinebestellung von Lebensmitteln aus Kundensicht eine Menge Zweifel. Bisher haben deshalb auch erst 14% aller Deutschen online Lebensmittel bestellt. Doch eben genau diese 14% fungieren als Schnittstelle zu jenen, die sich bisher den Onlinekauf noch nicht getraut haben

Die Anspruchsvollen und die Preisorientierten

Wie sieht der Käufer der Zukunft aus, der sich in der Onlinewelt den Wochenendeinkauf zusammenstellt? Laut der Studie sind es gerade die jungen (39% ab 18 Jahren) und preisorientierten Käufer, die Interesse am Onlinekauf haben. Es sind jene Kunden, die sich immer für das schnellere, bessere und vor allem günstigere Produkt entscheiden würden. Damit sind es streng genommen auch jene Käufer, die bisher vielleicht noch als die perfekte Zielgruppe der Discounter galt, die aber eben auch aufgrund ihrer Preissensibilität schnell ins Onlinegeschäft abwandern würde.

„Die Erfahrung zeigt, dass ‚Online‘ in vielen Produktkategorien preisführend ist. Das wird bei Lebensmitteln perspektivisch ähnlich sein, zumindest bei haltbaren Produkten. Die Wachstumsraten für den Internetvertriebsweg wird das deutlich anheizen.“, sagt Markus Braun, Head of Business Unit Reports bei YouGov.

Alternativ sind es aber auch die anspruchsvollen Käufer, die sich für den Online-Lebensmittelhandel interessieren. Dies sind 27 Prozent der Käufer. Es sind jene, die Wert auf Qualität und Markenprodukte legen und die demnach bisher in Supermarktketten wie Alnatura, Rewe oder Edeka ein. Um diese anspruchsvollen Käufer zu erreichen, ist es wichtig, dass zukünftige Online-Lebensmittelhändler ein allgemein besseres stationäres Konzept liefern.

Online-Lebensmittelhandel: Kein Qualitätscheck, kein Kauf

Bisher ist der Online-Lebensmittelkauf jedoch noch von einigen Zweifeln und Hürden geprägt. Hürden, die gerade noch vom Onlinekauf abhalten, sind vor allem die Folgenden:

  • 75% der Befragten wünschen sich, die Ware vor dem Kauf anzuschauen.
  • 60% der Befragten hat wenig Vertrauen in die Qualität der Ware.
  • Außerdem sind es vor allem die hohen Versandkosten und der große Verpackungsmüll, der viele Käufe vom Online-Lebensmittelkauf abhält.

Möglichkeiten, um solche Hürden zu überwinden wären beispielsweise laut Braun von YouGov Frischegarantien oder ein Umtauschrecht. Auch sollten Onlinehändler ihre Kunden kennenlernen, um die Wünsche und Hemmnisse jener zu erkennen und zu eliminieren. Dazu gehören die Frische und die Qualität der Produkte, die eben auch gewährleistet sein müssen, wenn die Lebensmittel online bestellt werden. An einer Stelle ist der Online-Wochenendeinkauf allerdings der absolute Vorreiter: Wartezeiten an den Kassen hat man hier selten.