Grazer Blumenbörse muss Insolvenz anmelden

Mit einem Minus in Höhe von 1,9 Millionen Euro ist die Steirische Gartenbaugenossenschaft in die Insolvenz gerutscht.

Nach mehr als 50 Jahre steht die Steirische Gartenbaugenossenschaft eG vor dem finanziellen Ruin und hat beim Handelsgericht Graz Insolvenz angemeldet, berichtet die Kleine Zeitung. Das Unternehmen ist mit rund 1,9 Millionen Euro überschuldet, betroffen sind 90 Gläubiger und acht Angestellte. Eine Fortführung als Abholmarkt für Pflanzen soll im Zuge des Sanierungsverfahrens erreicht werden. Die Gartenbaugenossenschaft hat Passiva von rund 2,34 Millionen Euro und Aktiva von rund 0,43 Millionen Euro, woraus sich eine Überschuldung von rund 1,91 Millionen Euro ergibt. Allerdings seien etliche Posten noch zu prüfen.

Das Unternehmen war 1962 zum Zweck der Verarbeitung, Veredelung und Verwertung land- und forstwirtschaftlicher Produkte gegründet worden. Allerdings hatten zahlreiche Mitglieder zusehends ihren Vertrieb alleine organisiert, da die Genossenschaftsidee offenbar an Attraktivität verloren hatte. Zudem hätten sich die Gewinnmargen im Pflanzenbereich grundsätzlich reduziert. Ein weiterer Grund für die finanzielle Schieflage sollen Vergehen der ehemaligen Geschäftsführung sein – ein Verfahren gegen einen früheren Manager ist noch anhängig. Nach Austausch der Geschäftsführung sei zunächst die Belieferung großer Handelsketten aufrechterhalten worden, dann sei das Geschäft im Wesentlichen auf einen Abholmarkt am Standort des Unternehmens reduziert worden. Doch auch damit konnte kein positives Ergebnis mehr erzielt werden.