Gläubiger gehen bei Insolvenz beinahe leer aus

Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen: Bei Pleiten erhalten Gläubiger nur einen Bruchteil ihres Geldes zurück.

Geht ein Unternehmen pleite, so ist für Gläubiger ein Großteil des investierten Kapitals verloren. Das zeigen Zahlen, die das Statistische Bundesamt am heutigen Mittwoch vorgelegt hat. Demnach erhielten Gläubiger bei den 2011 eröffneten und bis Ende 2015 abgeschlossenen Insolvenzverfahren im Durchschnitt nur 2,2 Prozent ihrer Forderungen zurück. Bei Firmenpleiten lag die sogenannte Deckungsquote bei 3,9 Prozent, bei Verbraucherinsolvenzen fiel sie mit 1,5 Prozent deutlich geringer aus. Insgesamt summierten sich die Ansprüche auf 9,7 Milliarden Euro, wovon lediglich 213 Millionen Euro zurückgezahlt wurden. „Die Verluste der Gläubiger betrugen damit 9,5 Milliarden Euro“, erklärte das Statistikamt.

Von den fast 144.000 im Jahr 2011 eröffneten Insolvenzverfahren wurden bis Ende 2015 knapp 88 Prozent beendet. Insgesamt 463 zahlungsunfähige Unternehmen wurden saniert, wodurch 6443 Arbeitsplätze gesichert werden konnten. „Besonders häufig gab es einen Sanierungserfolg bei Insolvenzverfahren mit hohen Forderungssummen“, erklärten die Statistiker. Bei Verfahren mit Forderungen ab fünf Millionen Euro wurde fast jedes dritte Unternehmen saniert. Bei Forderungen von weniger als 50.000 Euro waren es hingegen nur 1,2 Prozent.

Größere Verluste trotz höherer Quote

Zum Vergleich: Bei den im Jahr 2010 eröffneten und bis Ende 2014 beendeten Insolvenzverfahren lag die Deckungsquote durchschnittlich noch bei 2,6 Prozent. Ging ein Unternehmen pleite, so erhielten Gläubiger immerhin fünf Prozent ihrer Ansprüche zurück, bei Verbraucherinsolvenzverfahren waren es nur 1,6 Prozent. Trotz der höheren Deckungsquote, waren die Verluste der Gläubiger größer – insgesamt gingen ihnen 10,6 Milliarden Euro verloren.

In der Insolvenzstatistik werden alle Bundesländer mit Ausnahme von Bremen berücksichtigt.

Foto: Destatis, Text: Christin Otto