Fleisch-Riese Vogler geht das Geld aus

Vogler Fleisch gehört zu den Top 5 der fleischverarbeitenden Betriebe in Deutschland. Nun ist die Firma insolvent.

Wieder verunsichert eine Insolvenz in der Fleischbranche die Bauern: Nach der Pleite von Neuland Vertrieb Nord in Bad Bevensen im vorigen Jahr hat jetzt Vogler Fleisch in Steine zwischen Clenze und Lüchow beim Amtsgericht Uelzen Antrag auf Planinsolvenz gestellt. Als Grund nennt ein Sprecher des Landgerichts Lüneburg gestiegene Rohstoffpreise, berichtet die Allgemeine Zeitung. Ob damit die Preise für Schweine oder andere Rohstoffe gemeint sind, bleibt offen. Die Folge sei eine „angespannten Liquiditätslage“. Zudem sei ein möglicher Investor abgesprungen.

Die Probleme haben sich offenbar schon länger abgezeichnet: Die Zahl der geschlachteten Tiere sei vor etwa sieben Wochen abrupt gesunken – auf mittlerweile 20 Prozent der bisherigen Produktion. Oft seien die Mitarbeiter nur zwei bis vier Stunden beschäftigt gewesen.

Noch vor Jahren hatte das Unternehmen Millionenbeträge in die Übernahme von Konkurrenten und in bauliche Maßnahmen investiert. 2011 lag der Jahresumsatz bei 400 Millionen Euro, davon 23 Prozent im Auslandsgeschäft. Pro Woche wurden in Steine, Bremen und Laatzen insgesamt 45.000 Schweine geschlachtet. Damals zählte Vogler Fleisch noch 800 Mitarbeiter.

Durch die Planinsolvenz sollen die 100-köpfige Stammbelegschaft erhalten werden. Eine Zerschlagung sei nicht geplant. Unter dem Schutz des Verfahrens sollen notwendige strukturelle Anpassungen vorgenommen werden, um wieder marktfähig zu werden.

Bild: Andrea Damm  / pixelio.de