Familienunternehmen setzen vor allem auf Qualität

Die Zeichen stehen auf Wachstum bei den deutschen Familienunternehmen. Dennoch wollen die meisten Kosten reduzieren; viele setzen zudem auf Qualität „Made in Germany“.

Viele Familienunternehmen setzen auf Qualität „Made in Germany“. Bild: © mopsgrafik / Fotolia

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das sind einige zentrale Ergebnisse der PwC-Studie „Fit for Growth“. Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft befragte im Sommer 2017 rund 300 deutsche Familienunternehmen, wie sie sich für ihr zukünftiges Wachstum aufstellen. Danach erwarten über 80 Prozent der Familienunternehmen in den nächsten drei Jahren weiteres Wachstum – zwei Drittel wollen einstellig wachsen, 17 Prozent zweistellig. Keine einzige Firma erwartet Umsatzeinbußen.

Familienunternehmen setzen auf Qualität

Wie wollen sich die Unternehmen in Zukunft positionieren? Wichtigstes Merkmal laut PwC-Studie ist die Qualitätsführerschaft: Knapp die Hälfte setzt auf das Gütesiegel „Made in Germany“. „Vor allem kleinere inhabergeführte Unternehmen mit einem Umsatz bis 100 Mio. Euro wollen sich durch herausragende Qualität gegenüber ihren Wettbewerbern abgrenzen“, heißt es in der Studie. Ein knappes Fünftel setzt auf innovative Produkte und Dienstleistungen, ebenso viele Firmen wollen mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis punkten, acht Prozent setzen auf eine Marktnische und fünf Prozent auf Internationalität.

Firmen verschieben ihre Investitionsschwerpunkte

Laut Studie verlagern sich in den nächsten Jahren die Investitionsschwerpunkte deutlich. In der Vergangenheit wurden hauptsächlich der Gerätepark oder die Produktionsanlagen modernisiert. In Zukunft stehen Digitalisierungsprojekte auf dem ersten Platz: Geplant sind mehr Investitionen in IT-Systeme sowie innovative Produkte und Dienstleistungen. Als „auffällig“ bezeichnet die Studie „Fit for Growth“, dass die Digitalisierung „vor allem technisch und überwiegend auf Prozess- und IT-Ebene verstanden“ wird – „weniger in der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle“. Das betrifft gerade Qualitätsführer. Die PwC-Autoren warnen: „Innovationen und qualifizierte Mitarbeiter sind aber ganz entscheidende Erfolgsfaktoren für die erfolgreiche digitale Transformation.“

Unternehmen wollen in Zukunft auch Einsparen

Trotz guter Umsatzaussichten – wie in den drei Vorjahren planen rund zwei Drittel der befragten Unternehmen auch in den kommenden drei Jahren Maßnahmen Kostenreduktionen durch effizientere Prozesse. Zum Beispiel durch die Optimierung des Einkaufs, der Standorte oder der Produktionsprozesse, so die Studie. Ergänzend planen 85 Prozent der Firmen Kostensenkung durch digitale Technologien – vor allem bei der Prozessautomatisierung. Zum Vergleich: In den Vorjahren waren es 66 Prozent.

Strategisches Kostenmanagement mit Blick auf das Wachstum

Wer spart, geht Risiken ein. Als größtes Risiko nennen 52 Prozent der Befragten den Know-how-Verlust durch Mitarbeiter, die die Firma verlassen. Zudem fürchtet knapp die Hälfte der Unternehmen hier um ihren guten Ruf: „Der Erhalt des guten Namens der Familie und des Unternehmens“ wird laut Studie als wichtigstes Unternehmensziel genannt. Deshalb raten die PwC-Autoren, Kosten strategisch zu senken. Beispielsweise, in dem frei werdenden Ressourcen zielgerichtet in wachstumsstarke Bereiche investiert werden. Dazu gehört laut Studie auch die Fort- und Weiterbildung – zum Beispiel im Bereich Digitalisierung.

Die Befragung der 300 Familienunternehmen zeigt auch: Mit Kostensenkungen verfolgen die Firmen ein klares Ziel: Den Unternehmensgewinn zu steigern. „Um den Preisdruck seitens der Kunden zu genügen“ und „Um bestimmte strategische Unternehmensziele zu erreichen“ folgen auf Platz 2 und 3. „Um in anderen Unternehmensbereichen zu wachsen“ steht bei den Befragten weniger im Fokus.