Digitale Transformation: Fakten & Trends 2017

Dass Digitalisierung kaum noch aus den Unternehmen wegzudenken ist, ist mittlerweile klar. Dennoch gibt es immer noch enorme Unterschiede zwischen den Umsetzungen, den Anforderungen und vor allem jenen Dingen, die einer spannenden Transformation im Wege stehen. Der Digitalisierungsmonitor 2017, veröffentlicht von der Management- und Technologieberatung BearingPoint, zeigt auf, wie die Digitalisierung im Jahre 2017 vorangeschritten ist und in welchen Bereichen noch Nachholbedarf besteht.

Digitalisierungstrends 2017. Bild: © littlehenrabi / Getty Images / iStock
Digitalisierungstrends 2017. Bild: © littlehenrabi / Getty Images / iStock

310 Mitarbeiter und Führungskräfte in Unternehmen und Behörden aus dem deutschsprachigen Raum wurden im Sommer 2017 für den 2. Digitalisierungsmonitor online befragt. Nach einem allgemeinen Teil, der Vergleiche zur Vorjahresbefragung erlaubt, gab es die Möglichkeit, entweder das Thema Automatisierung („Robots“) oder das Themenfeld visionäre Köpfe („Rebels“) zu bearbeiten. Die Online-Befragung wurde ergänzt durch 17 vertiefende Interviews.

Mehrheitlich nahmen Führungskräfte mit Personalverantwortung teil. Darüber hinaus waren aber auch Mitarbeiter ohne Personalverantwortung ausreichend vertreten. Die Teilnehmer kamen aus unterschiedlichsten Branchen. Stark vertreten waren u.a. die Industrien Produktion & Logistik, Finanz- und der öffentliche Sektor.

Als zentrale Kernaussage der Studie gilt: Die Unternehmen und der öffentliche Sektor im deutschsprachigen Raum kommen bei der Digitalisierung voran. Dennoch gibt es einige Trends, die als nicht nur förderlich gesehen werden können.

1. Die Strategie rückt in den Mittelpunkt

Im letzten Jahr war es gerade der technologische Aspekt, der stark im Mittelpunkt bei vielen Unternehmen stand. Dieses Jahr hat der Digitalisierungsmonitor jedoch ein anderes Resultat erforscht: Die Strategie ist dabei stark in den Vordergrund gerückt. Das beinhaltet, das gerade die Suche nach neuen Geschäftsmodellen, die Auseinandersetzung mit Themen wie Plattform-Ökonomie, agilen Arbeitsmethoden und der Austausch mit innovativen Tech-Startups zugenommen haben. „Doch“, erklären die Forscher, „liegt weiterhin viel Arbeit vor den Unternehmen. So sind über alle Industrien hinweg nur in wenigen Ausnahmefällen bereits vollständige Zielbilder und Digitalisierungsstrategien definiert.“

2. Die „alte Welt“ behindert neue Entwicklungen

Viele Unternehmen bestätigten, dass gerade Flexibilität, Schnelligkeit, die Freude am Experimentieren und der konstruktive Umgang mit Fehlern gefragt wird. Denn nur so, kann Digitalisierung in den jeweiligen Unternehmen voranschreiten. Nichtsdestotrotz werden viele Unternehmensstrukturen noch von der „alten Welt“ bestimmt, in der überkommenes Silodenken, Risikoaversion, falsche Anreizsysteme und die Isolation digitaler Vordenker gegeben waren und eben noch sind. Nicht nur werden so die Digitalisierungsstrategien beeinträchtigt, auch schreitet die Digitalisierung dadurch nur langsam voran.

3. Ein Schritt in Richtung Kundenorientierung

Doch es gibt auch positive Entwicklungen, die aus dem Digitalisierungsmonitor 2017 entspringen: Gerade die Kundenorientierung ist im Vergleich zum letzten Jahr enorm gewachsen. „Bereits bei unserer Studie im Jahr 2016 wurde deutlich, dass Unternehmen mithilfe der Digitalisierung speziell auch ihre Kundenangebote verbessern wollen”, sagt Carsten Schulz, Partner bei Bearing Point, dem Unternehmen, dass diese Studie geleitet hat. Heute bieten bereits eine Menge Unternehmen ihren Kunden die Möglichkeit verschiedene Vertriebs- und Kontaktkanäle zu nutzen. Dabei greifen sie auf digitale Technologien zurück, um die generelle Kundenerfahrung zu verbessern.

4. Netzwerke und Strukturen fehlen

Ein großes Problem jedoch in der Umsetzung digitaler Prozesse und Strukturen ist der Mangel an passenden Netzwerken. Zwar wird aus der Studie klar, dass zum Einen Digital-Rebellen gefragt sind und auch der Einsatz von Robotern, als Weiterentwicklung vorheriger Automatisierungszyklen, gern gesehen ist, jedoch fehlen hierzu jegliche Netzwerke und Strukturen. Demnach sind viele Digitalisierungsbemühungen der Unternehmen sinnlos, erklären die Forschungsleiter. „Drei Viertel der Befragten schätzen viele Probleme als hausgemacht ein“, erklärt Alexander Broj, Partner bei Bearing Point, und weist dabei aus eine gewisse Einsicht hin.