Insolvenzverwalter ermittelt Vermögensbestand

Der Insolvenzverwalter des Bund Deutscher Treuhandstiftungen e.V., Sebastian Laboga von der Kanzlei Kübler, hat im Rahmen einer Gläubigerversammlung über den Stand des Verfahrens informiert. So stehe die Aufklärungsarbeit über den Verbleib des Vermögens, erklärte Laboga.

„Wir befinden uns noch in der Ermittlungsphase“, erklärte Laboga. „Das bedeutet, dass wir zunächst versuchen, den Verbleib der von den Anlegern eingeworbenen Gelder aufzuklären.“ Dazu digitalisiert und analysiert Laboga mit seinem Team derzeit die umfangreichen Geschäftsunterlagen, die das LKA bei mehreren Razzien Anfang des Jahres sichergestellt hat. Erst wenn der Verbleib des Vermögens umfassend aufgeklärt ist, lässt sich beurteilen, ob und wie viel Geld die geschädigten Gläubiger zurückerhalten.

Der Insolvenzverwalter rechnet damit, dass dies mit Rücksicht auf die undurchsichtigen Geschäftspraktiken und die hohe Zahl der betroffenen Gläubiger noch Monate, wenn nicht Jahre dauern dürfte. Die Stiftung hatte mit rund 4.300 Anlegern Verträge abgeschlossen. „Es ist eine Detektivarbeit, bei der wir eng mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten“, sagte Laboga, der von der Gläubigerversammlung in seinem Amt bestätigt wurde.

Der Bund Deutscher Treuhandstiftungen e.V. hatte seinen Anlegern über die unselbständige Stiftung „Berliner Wirtschafts- und Finanzstiftung“ angeboten, Gold anzukaufen und zum Ablauf einer bestimmten Vertragslaufzeit einen deutlich über dem Kaufpreis liegenden Rückkaufpreis garantiert. Das Gold wollte das Institut für die Kunden verwahren. Nach derzeitigen Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden wurde ein Großteil dieser Anlegergelder jedoch vertragswidrig und betrügerisch verwendet. Unter anderem wurden bei einer Razzia große Mengen Falschgold sichergestellt. Anfang September erfolgten in diesem Zusammenhang erste Verhaftungen.