Zahl der Insolvenzen weiter rückläufig

Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland befindet sich weiter im Rückgang. Doch trotz des wirtschaftlich guten Umfeldes fehlt es in Deutschland an mutigen Gründern.

15,4 Prozent weniger Insolvenzen im Januar 2015 als im gleichen Vorjahresmonat meldeten die deutschen Amtsgerichte. Insgesamt meldeten 1739 Unternehmen Insolvenz an. Nach Angabe des Statistischen Bundesamtes hatte es im Dezember 2014 noch einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat (+8,1 Prozent) gegeben. Davor waren seit November 2012 mit Ausnahme des Septembers 2014 (+2,7 Prozent) Rückgänge der Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat registriert worden. Rückläufig sind auch die Privatinsolvenzen (6 397 Fälle), die einen Rückgang um 11,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnen.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen beliefen sich nach Angaben der Amtsgerichte im Januar 2015 auf rund 1,2 Milliarden Euro.

„Die weiterhin rückläufigen Insolvenzzahlen spiegeln die durch einen starken Export beflügelte Konjunktur wider“, analysiert Dr. Christoph Niering, Insolvenzverwalter und Vorsitzender des Berufsverbandes der Insolvenzverwalter. Nach Einschätzung des Berufsverbandes wird sich diese Entwicklung aufgrund der günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der durch die EZB verfolgten Politik des billigen Geldes zumindest in diesem Jahr fortsetzen.

Es gibt aber nur ein Problem: Deutschland fehlen die Gründer. „Das gute Wirtschaftsklima wirkt sich aber nicht in gleicherweise positiv auf die Bereitschaft zur Unternehmensneugründung aus“, bemängelt Niering weiter. Im Gegenteil: in Deutschland haben Gründer Angst vor der Insolvenz, wie eine Studie der „Wirtschaftswoche“ zeigt. So liegt der Anteil der potenziellen Gründer, die aus Angst vor dem persönlichen Scheitern in Deutschland kein Unternehmen gründen, bei 46,4 Prozent. Ein Wert, deutlich über EU-Durchschnitt.

Allerdings scheinen die Ängste nicht unbegründet zu sein. Nach einer Untersuchung des Statistischen Bundesamtes ist mit 21 Prozent fast jedes vierte insolvente Unternehmen nicht älter als drei Jahre.